Orthopädische Erkrankungen verständlich erklärt

Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen und Informationen zu typischen Krankheitsbildern.

Im medizinischen Sprachgebrauch auch „Diskusprolaps“ genannt. Dabei finden sich ca. 1/3 aller Bandscheibenvorfälle im Bereich der Hals- und ca.  2/3 im Bereich der Lendenwirbelsäule. Am häufigsten sind die Bandscheibensegmente C5/6, L4/5 und L5/S1 erkrankt. 30 % der Gesamtbevölkerung sind davon betroffen. Erste Beschwerden können schon ab dem 20. Lebensjahr auftreten. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 30. und 45. Lebensjahr. Voraussetzung für das Auftreten eines Bandscheibenvorfalls ist eine allgemeine Abnutzung mit Einrissen im Faserring der Bandscheibe (Anulus fibrosus). Man unterscheidet zwischen einem Prolaps (Vorfall von Bandscheibengewebe mit Perforation des Anulus fibrosus) und einer Protrusion (Vorwölbung mit Erhalt des Anulus fibrosus). Eine unfallbedingte Zerstörung einer Bandscheibe ist sehr selten. Das verlagerte Bandscheibengewebe komprimiert einzelne oder mehrere Nervenwurzeln und verursacht dadurch Schmerzen und gegebenenfalls neurologische Ausfälle.

Therapie

Krankengymnastik und Manuelle Therapie zur Stärkung der Bauch- und Rückenmuskulatur, zur Korrektur der Fehlhaltung und zum Erhalt der Beweglichkeit der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte. Weitere Maßnahmen sind Massagen, Wärmeanwendungen (Fango, Rotlicht, Heißluft), Elektrotherapie, gezielte Injektionen und Akupunktur. Beseitigung von Überbelastungen im Bereich der Wirbelsäule. Berufsberatung. Keine Ausübung schwerer körperlicher Tätigkeiten, kein schweres Heben oder Tragen von Lasten. Begleitende Maßnahmen wie Gewichtsreduktion und regelmäßige sportliche Aktivität (Fitness, Schwimmen, Yoga, ReHa-Sport etc.).

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist meist günstig, die Behandlungsdauer jedoch relativ lang (im Durchschnitt
3 – 6 Monate). Spontanheilung durch Retrahierung des Prolaps und Volumenabnahme durch Vernarbung oder Ausweichen der Nervenwurzel im knöchernen Nervenkanal. Schwere Verlaufsformen (Cauda-Syndrom, Blasen und Mastdarmstörungen) sind selten. Nur in wenigen Fällen (unter 10 %) ist eine Bandscheibenoperation notwendig (Nucleotomie, interlaminäre Fensterung, Sequesterentfernung, Kombination einer dorsalen Bandscheibenausräumung, Aufrichtung und Auffüllung der Bandscheibenräume, gegebenenfalls mit Stabilisierung, Titancage-Interposition, Einsetzen einer künstlichen Bandscheibe).

Im medizinischen Sprachgebrauch auch als „Poplitealzyste“ oder „Synovialzyste“ bezeichnet. Es handelt sich um eine Vorwölbung der Kniegelenkskapsel nach hinten in die Kniekehle. Der umgangssprachliche Name verweist auf den Erstbeschreiber Dr. William Baker, einen Chirurgen aus London (1877). Ein Schaden an Meniskus oder Knorpel, der längere Zeit besteht, wird durch den Körper selbst behandelt. Es wird vermehrt Gelenkflüssigkeit gebildet, um für bessere Gleiteigenschaften im Knie zu sorgen. Wenn dabei allerdings mehr Gelenkflüssigkeit gebildet als abgebaut wird, kommt es zu einem Kniegelenkserguss. Falls sich die Zunahme der Gelenkflüssigkeitsmenge längere Zeit fortsetzt, weitet sich die Gelenkkapsel aus, um diesem Erguss Platz zu schaffen. Die Stelle, an der die Kniegelenkskapsel am wenigsten stabil ist, ist die Kniekehle. Bei chronischem Überdruck kommt es deshalb zu einer Ausbuchtung in die Kniekehle, also zu „Baker-Zyste.” Die Baker-Zyste macht immer dann Beschwerden, wenn der Druck im Kniegelenk bei erhöhter Entzündungsaktivität oder fortgeschrittenem Knorpelschaden zunimmt. Die operative Entfernung der Baker-Zyste ist nicht sinnvoll, wenn die Ursache – Knorpel- oder Meniskusschaden – fortbesteht.

Häufigkeit

Eine Baker-Zyste kann prinzipiell in jedem Lebensalter auftreten. Kinder sind jedoch von der Ausbildung zystischer Veränderungen der Kniekehle seltener betroffen. Kommt es dennoch zur Ausbildung einer Baker-Zyste im Kindesalter, so sind Jungen doppelt so häufig betroffen wie Mädchen. Überwiegend lässt sich die Erkrankung im mittleren und fortgeschrittenen Lebensalter beobachten (45. bis 60. Lebensjahr).

Therapie

Die individuelle Beratung umfasst das Verhalten im Alltag, Beruf und Sport (Vermeidung kniebelastender Sportarten). Medikamente, intraartikuläre Injektionen, Krankengymnastik, Elektrotherapie, Tragen einer Kniegelenksbandage zur Stabilisierung und Verbesserung der Gelenkfunktion. Regelmäßige Übungen zur Beseitigung von Muskeldefiziten, Kräftigung der Oberschenkel-muskulatur (Radfahren, Schwimmen). Der Inhalt der Zyste kann mit einer Punktion ausgesaugt werden. Mit einem Wiederauftreten der Zyste muss jedoch gerechnet werden, da bildlich gesprochen „der See leergepumpt wird, aber der zuführende Fluss weiterhin fließt”. Unter konservativen Maßnahmen kommt es meist nur zu einer Besserung der durch die Baker-Zyste verursachten Beschwerden. Ein Verschwinden oder „Eintrocknen” der Zyste ist nicht zu erwarten. Nur eine operative Therapie (Kniegelenksspiegelung, sogenannte Arthroskopie, gegebenenfalls mit Meniskusrevision und Knorpelglättung) führt zum Verschwinden der Baker-Zyste.

Im medizinischen Sprachgebrauch auch „CTS“ genannt. Es handelt sich um eine chronische Druckschädigung des Mittelhandnerven (Nervus medianus) im Bereich des Handgelenks. Der Nerv befindet sich mit weiteren anatomischen Strukturen in einem engen Knochenkanal, der von einem Bindegewebsband begrenzt wird. Durch die Diskrepanz zwischen dem Tunnelvolumen und dessen Inhalt kommt es zur Nervendruckschädigung. Das Ausmaß der Nervenschädigung hängt vor allem von Stärke und Dauer der Kompression ab. 3 bis 5 % der Bevölkerung sind betroffen. Das Geschlechtsverhältnis beträgt weiblich:männlich 2:1. Es ist eine familiäre Häufung zu beobachten.

Mögliche Ursachen


In Fehlstellung verheilter Unterarmbruch (distale Radiusfraktur), Luxation eines Handwurzelknochens, Handgelenksarthrose mit Knochenüberbeinbildung, rheumatische Erkrankungen der Gelenke und Sehnenscheiden, unfallbedingt (Bluterguss, Vernarbungen, Infektion, Knochensplitter), Tumoren (Handgelenksganglion, Neurinome), abnorme Muskelverläufe, hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft, Riesenwuchs (Akromegalie), Stoffwechselerkrankungen (Diabetes, Gicht), Schilddrüsenfunktionsstörungen.

Krankheitssymptome

Vor allem nächtliche Gefühlsstörungen
(„…mir schlafen die Finger ein“), Schmerzen im Daumen, in Zeige- und Mittelfinger, Schmerzen bei Haltearbeit, Ungeschicklichkeit und Schwäche der Hand, Schmerzausstrahlung in den Unterarm, Schwierigkeiten bei Fein- und Spitzgriff (zum Beispiel Nähen, Auf- und Zuknöpfen, Aufheben und Greifen von Gegenständen), Rückbildung der Daumenballenmuskulatur.

Therapie

Reduktion und Vermeidung von Überanstrengung und Fehlbelastung im Alltagsleben, Beruf und Sport. Weitere Maßnahmen sind: Ruhigstellung des Handgelenks in einer Unterarmschiene, Tragen einer Handgelenksbandage, Injektion von Kortikosteroiden in den Carpalkanal zur Abschwellung des Bindegewebes, auch Akupunktur. Während einer Schwangerschaft empfiehlt es sich, in Abhängigkeit von Beschwerden und verbleibender Schwangerschaftsdauer abzuwarten.

Prognose

In den meisten Fällen ist eine Operation notwendig (Spaltung des Retinaculum flexorum bzw. Neurolyse des Nervus medianus). Prinzipiell kommen offene oder endoskopische Verfahren zur Anwendung. Schmerzen und Taubheitsgefühle sind nach der Operation meist rasch rückläufig. Die Muskelatrophie hat eine schlechtere Prognose. Rückfälle sind selten.

Im allgemeinen Sprachgebrauch auch „Hüftgelenksverschleiß” genannt. Es handelt sich um eine fortschreitende Zerstörung des Gelenkknorpels unter Mitbeteiligung des Knochens, der Gelenkkapsel sowie der gelenkumgebenden Muskulatur. Weitere Ursachen sind: Stoffwechselerkrankungen, Unfallfolgen, Infektionen, chronische Überlastungen im Sport oder im Beruf, Übergewicht, Bänderschwächen, angeborene Fehlstellungen des Hüftgelenks (Dysplasie), Hüfterkrankungen im Kindesalter (Morbus Perthes, Epiphysiolyse) und/oder im Verlauf eines entzündlichen Rheumas. 10 % der Gesamtbevölkerung sind betroffen. Meist liegt die Coxarthrose sogar beidseitig vor. Beginn im 4. Lebensjahrzehnt. Altersgipfel ist das 60. Lebensjahr. Geschlechtsverhältnis männlich:weiblich 2:1.

Krankheitssymptome

Schmerzen bei Belastung, zunehmende Instabilität und Bewegungseinschränkung, Einschränkungen der Gehstrecke, hinkendes Gangbild, Reibegeräusche, Rückbildung der Oberschenkelmuskulatur.

Diagnostik

Röntgenbilder der Hüftgelenke in 2 Ebenen, Beckenübersichtsaufnahme: Aufhebung und Sklerosierung des Gelenkspalts, Knochenanbauten, freie Gelenkkörper, Zystenbildung. Magnetresonanztomographie (MRT) zur Darstellung der Muskeln, Sehnen, Knorpel und Bänder.

Therapie

Reduktion und Vermeidung von Überanstrengung und Fehlbelastung im Alltagsleben, Beruf und Sport. Injektionen in das Hüftgelenk, begleitende medikamentöse Behandlung (entzündungshemmende, schmerzlindernde Tabletten). Im akuten Stadium lokale Kälte-, bei chronischen Stadien Wärmeanwendungen. Krankengymnastik und Manualtherapie (Mobilisierung, Muskeldehnungen, Beseitigung von Muskeldefiziten, Stabilisierung der Oberschenkelmuskulatur), Elektrotherapie, TENS oder auch Akupunktur. In jüngster Zeit hat sich der Gelenkflüssigkeitsersatz gut bewährt. Dabei wird durch Injektion von synthetischer Hyaluronsäure neue „Gelenkschmiere” bereitgestellt.

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist meist progredient. Sehr häufig ist eine Operation notwendig. Gelenkerhaltende Operationen (Korrekturosteotomien an Femur, Becken) oder vollständiger oder teilweiser Gelenkersatz (Endoprothese). Zementierte oder zementfreie Implantationstechniken. Individuelle Planung der zu wählenden Implantate und Materialien. Eigenblutspende. Frühzeitige postoperative Mobilisierung, Physiotherapie, Belastungsaufbau, gegebenenfalls Anschlussheilbehandlung (AHB). Aufklärung über erhöhtes Sitzen, erlaubte Bewegungen und Belastbarkeit. Regelmäßige postoperative klinische und röntgenologische Kontrollen.

Es handelt sich um einen erworbenen schmerzhaften Reizzustand im Bereich des Ellbogens am Ursprung der Sehnen. Ist der Bereich des außenseitigen Oberarms entzündet, nennt man dies Epicondylitis humeri radialis oder im allgemeinen Sprachgebrauch auch „Tennis-Ellbogen“. Ist der Bereich des innenseitigen Oberarmes erkrankt, so nennt man dies Epicondylitis humeri ulnaris („Golfer-Ellbogen“). Typischerweise besteht ein Ungleichgewicht von mechanischer Aktivität (einseitige Belastung, hohe körperliche Aktivität) und verminderter Belastungsfähigkeit der biologischen Strukturen (Strecksehnenansätze am Ellbogen). Meist besteht eine chronische Überlastung des Arms (PC-Tätigkeit, Tastaturbenutzung).

Symptome

Lokale Druckschmerzhaftigkeit im Bereich der Sehnenansätze des Ellbogens. Schmerzprovokation durch Streckung des Ellbogens gegen Widerstand. Minderung der Kraft des Arms, bzw. der Hand. Einschränkung der Unterarmumwendbewegungen.

Therapie

Aufklärung über die Erkrankung, deren natürlichen Verlauf, sowie die verschiedenen Therapiemöglichkeiten. In der Regel sind eine Reduktion der körperlichen Aktivität für eine begrenzte Zeitdauer (Atteste, Sportbefreiung) und das Tragen einer speziellen Ellbogengelenksbandage bzw. Epicondylitis-Spange völlig ausreichend. Weitere Maßnahmen sind Manualtherapie (Dehnungsübungen, Querfriktion), medikamentöse Salbenanwen- dungen, Iontophorese, gezielte Kortikoidinjektionen oder Akupunktur. Im akuten Stadium lokale Kälte-, bei chronischen Stadien Wärmeanwendungen.

Prognose

Die Epicondylitis heilt fast immer folgenlos aus. Bei hartnäckigen, chronischen Erkrankungen ist die Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) erfolgreich (66 %). Nur in vereinzelten Fällen ist eine ambulante Operation notwendig(ursprungsnahe Einkerbung der Strecksehnen nach Hohmann, Denervierung am Epicondylus nach Wilhelm).

Im medizinischen Sprachgebrauch auch „Calcaneusperiostose“ oder „Plantarfasciitis“ genannt. Der sogenannte Fersensporn (Kalkaneussporn) ist eine dornartige knöcherne Spornbildung am Ansatz der Sehnenplatte der Fußsohle (Plantaraponeurose). Oft ist es jedoch keine echte knöcherne Ausziehung, sondern eine chronische Entzündung, die auch den Schleimbeutel am Fersenbein mit einbezieht. Ursache ist eine lang dauernde Überbelastung des Fußes, speziell der großen Sehnenplatte unter der Fußsohle. Durch Überbelastung entstehen wiederholt kleine Sehnenrisse. Wie bei einem gebrochenen Knochen lagert der Körper Kalk ab, um die Risse der Sehne zu heilen. Dadurch entsteht häufig eine knöcherne Ausziehung im Bereich des Ansatzes der Sehnenplatte am Fersenbein.

Krankheitssymptome

Schmerzen bei Belastung treten meist schleichend und nur selten plötzlich auf. Typisch für die Anfangsphase ist der Anlaufschmerz (bei Belastungsbeginn, aber auch morgens beim Aufstehen), der zunächst bei fortdauernder Belastung noch abnimmt. In der Folge kann er in anhaltenden Schmerz übergehen, der sich mit zunehmender Belastung weiter ausprägt. Schmerzen in Ruhe können bei Dehnung und Anspannung gegen Widerstand ausgelöst werden. Lokale Druckschmerzen am Sehnenansatz des unteren Fersenbeins.

Therapie

Reduktion, Vermeidung von Überanstrengung und Fehlbelastung im Alltagsleben, Beruf und Sport. Zunächst schonende Belastungsgestaltung, Ausweichen auf Sportarten, die die betroffene Fersenregion nicht belasten, zum Beispiel Radfahren, Schwimmen etc. Lokale Eisbehandlung, Ultraschall, Krankengymnastik (Querfriktionen) im Bereich der plantaren Sehnenplatte und am Übergang zum Muskelgewebe. Entzündungshemmende Medikamente werden in den schmerzenden Bereich gespritzt  (Injektion von Kortikosteroiden), Tragen von Silikon-Fersenkissen oder Schuheinlagen mit Fersenweichbettung.

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist meist günstig, schwere Verlaufsformen sind selten. Bei erreichter Schmerzfreiheit ist ein schrittweiser, langsamer Belastungsaufbau wesentlich. Die sportart-spezifische Belastung oder Teilbelastung kann erst erfolgen, wenn sie unter Schmerzfreiheit möglich ist. In hartnäckigen Fällen ist die Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) hilfreich. Hierbei wird mittels bildgebender Röntgentechnik die Kalkstruktur exakt lokalisiert und anschließend zertrümmert. Nach 2 bis 3 ambulanten Anwendungen sind ca. 66 % der Patienten beschwerdefrei. Die Operation ist nur der letzte Ausweg. Dabei wird die Sehnenplatte der Fußsohle (Plantaraponeurose) durchtrennt und der knöcherne Fersensporn abgetragen.

Im medizinischen Sprachgebrauch auch „Polyarthrose” oder „Heberden- und Bouchardarthrose” genannt. Es handelt sich um eine chronische Entzündung der Mittel- und Endgelenke der Finger. Die Ursache der Fingergelenksarthrose ist nicht bekannt. Rückschauende Studien zeigten eine familiäre Häufung, ohne dass der Nachweis eines Vererbungsmechanismus geführt werden konnte. Bevorzugung der weißen Rasse. Oftmals besteht zusätzlich eine Rhizarthrose der Daumensattelgelenke. Beginn im 4. bis 5. Lebensjahrzehnt. Nach dem 50.Lebensjahr ist jede zweite Frau und nach dem 60.Lebensjahr jeder zweite Mann betroffen. Erstbeschreibungen im Jahr 1922 durch den englischen Arzt Heberden und den französischen Arzt Bouchard.

Krankheitssymptome

Schmerzen bei Belastung treten meist schleichend und nur selten plötzlich auf. Typisch für die Anfangsphase ist der Anlaufschmerz (bei Belastungsbeginn, aber auch morgens beim Aufstehen), der zunächst bei fortdauernder Belastung noch abnimmt. In der Folge kann er in anhaltenden Schmerz übergehen, der sich mit zunehmender Belastung weiter ausprägt. Schmerzen in Ruhe können bei Dehnung und Anspannung gegen Widerstand ausgelöst werden. Lokale Druckschmerzen am Sehnenansatz des unteren Fersenbeins.

Therapie

Eine ursächliche Behandlung ist bisher leider nicht möglich. Krankheitsaufklärung (oft nur kosmetisches Problem), Reduktion und Vermeidung von Überanstrengung und Fehlbelastung im Alltagsleben, Beruf und Sport. Weitere Therapiemaßnahmen: gezielte Kortikoidinjektionen in die kleinen Fingergelenke oder auch eine begleitende medikamentöse Behandlung (Tabletten, Salben). Im akuten Stadium lokale Kälte-, bei chronischen Stadien Wärmeanwendungen. In jüngster Zeit hat sich die Radiosynoviothese (RSO) gut bewährt. Dabei wird die entzündete Gelenkschleimhaut durch Injektion einer radioaktiven Substanz zerstört und somit der Entzündungsschub beendet.

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist gutartig. Nur in einzelnen Fällen ist eine Operation notwendig (Fingergelenkseinsteifung, sogenannte Arthrodese in Funktionsstellung). Prinzipiell kommen offene Verfahren zur Anwendung. Schwellung und Schmerzen sind nach der Operation meist rasch rückläufig. Rückfälle können auftreten.

Im allgemeinen Sprachgebrauch auch „Wohlstandskrankheit” oder „Zipperlein” genannt, in der medizinischen Literatur „Arthritis urica” oder „Hyperurikämie”. Es handelt sich um eine Stoffwechselkrankheit, die durch erhöhte Konzentrationen von Harnsäure bedingt ist, einem natürlichen Abbauprodukt des Eiweißstoffwechsels der Körperzellen(sogenannte „Purine”). Der Harnsäurespiegel im Blut kann erhöht sein wegen vermehrter Zufuhr (zum Beispiel purinreiche Nahrung, Alkohol), vermehrter Bildung im Körper (z.B. angeborene Enzymdefekte) oder eine verminderte Ausschei- dung über die Nieren (zum Beispiel Nierenkrankheiten, Medikamente). Meist kommen mehrere dieser Mechanismen zum Tragen, bevor eine Gicht entsteht. Durch Auskristallisierung der Harnsäure, vor allem in kühlen Körperregionen (Großzehengrundgelenk, Ohrknorpel), entstehen entzündliche Knoten („Tophus”, siehe Bild rechts). Bei fortbestehender, bzw. unbehandelter Harnsäureerhöhung kann die Gicht fast alle großen und kleinen Gelenke betreffen. Das Geschlechtsverhältnis beträgt männlich:weiblich 8:1. Durch die Ablagerung von Harnsäurekristallen im Nierengewebe kann es im fortgeschrittenen Stadium der Gicht auch zu einer zusätzlichen Schädigung der Nieren kommen.

Krankheitssymptome

Typischerweise kommt es zu einem akut, über Nacht auftretenden Gichtanfall der Großzehe („Podagra”), der zu einer schmerzhaften entzündlichen Schwellung des Großzehen- grundgelenkes führt, einschließlich einer ausgeprägten Schmerzempfindlichkeit der Haut.

Therapie

Die Behandlung des akuten Gichtanfalls besteht in Ruhigstellung, Kühlung und Gabe von pflanzlichen Medikamenten (Colchicin). Der Prophylaxe des Gichtanfalls dienen diätetische Maßnahmen (Vermeiden von Hülsenfrüchten und Fleisch, insbesondere Innereien) und die Reduktion des Alkoholkonsums, vor allem Bier! Wird die Gicht durch diese Maßnahmen nicht gebessert, ist eine dauernde Gabe von Medikamenten notwendig, welche die Bildung der Harnsäure im Körper vermindern (Allopurinol).

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist meist günstig, schwere Verlaufsformen sind selten. Die individuelle Beratung umfasst das Essverhalten und den Alkoholkonsum im Alltag. Begleitende Maßnahmen wie z. B. Gewichtsreduktion, regelmäßige sportliche Aktivität. Die Gicht bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle (Blutabnahmen: Harnsäurespiegel) und einer intensiven, langandauernden Behandlung.

Im allgemeinen Sprachgebrauch auch „Kniegelenksverschleiß“ genannt. Es handelt sich um eine fortschreitende Zerstörung des Gelenkknorpels unter Mitbeteiligung des Knochens, der Gelenkkapsel sowie der gelenkum- gebenden Muskulatur. Weitere Ursachen sind: angeborene Fehlstellungen des Kniegelenks („X-, O-Beine“), Bänderschwächen, Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen, Infektionen, chronische Überlastungen im Sport oder im Beruf, Unfallfolgen (Knochenbrüche, Meniskus und Kreuzbandverletzungen), Knieerkrankungen im Kindesalter (Morbus Schlatter, Morbus Blount, Osteochondrosis dissecans) und/oder im Verlauf eines entzündlichen Rheumas.
10 % der Gesamtbevölkerung sind betroffen. Meist liegt die Gonarthrose beidseitig vor. Beginn im 4. Lebensjahrzehnt. Altersgipfel ist das 60. Lebensjahr. Das Geschlechtsverhältnis beträgt  weiblich:männlich 2:1.

Krankheitssymptome

Schmerzen bei Belastung, zunehmende Instabilität und Bewegungseinschränkung, Schwellneigung, Gelenkerguss, Einschränkungen der Gehstrecke, Reibegeräusche, hinkendes Gangbild, Rückbildung der Beinmuskulatur.

Diagnostik

Röntgen der Kniegelenke in 2 bis 3 Ebenen: Aufhebung, Sklerosierung der Gelenkspalten, Knochenanbauten, Zystenbildung. Magnetresonanztomographie zur Darstellung der Muskeln, Sehnen, Knorpel, Menisken, Kreuz- und Seitenbänder.

Therapie

Reduktion und Vermeidung von Überanstrengung und Fehlbelastung im Alltagsleben, Beruf und Sport. Kniegelenksinjektionen, begleitende medikamentöse Behandlung (entzündungshemmende, schmerzlindernde Tabletten). Im akuten Stadium lokale Kälte-, bei chronischen Stadien Wärmeanwendungen. Krankengymnastik und Manualtherapie (Mobilisierung, Muskeldehnungen, Beseitigung von Muskeldefiziten, Stabilisierung der Oberschenkelmuskulatur), Elektrotherapie oder auch Akupunktur. In jüngster Zeit hat sich der Gelenkflüssigkeitsersatz gut bewährt. Dabei wird durch Injektion von Hyaluronsäure neue „Gelenkschmiere“ bereitgestellt.

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist meist progredient. Sehr häufig ist eine Operation notwendig. Gelenkerhaltende Operationen (Femur- oder Tibiakopf-Korrekturosteotomien) oder vollständiger oder teilweiser Gelenkersatz (Endoprothese). Individuelle Planung der zu wählenden Implantate und Materialien.  Eigenblutspende. Postoperative Physiotherapie, frühzeitige Mobilisierung und Belastungsaufbau. Aufklärung über erlaubte Bewegungen und Belastbarkeit. Regelmäßige klinische und röntgenologische Nachkontrollen.

Im allgemeinen Sprachgebrauch auch „Ballenzehe“ oder auch „Großzehenüberbein“ genannt. Es handelt sich um eine Achsfehlstellung der Großzehe mit Abweichung nach Außen und Fehlstellung des 1. Mittelfuß- knochens. Es handelt sich dabei fast immer um eine erworbene Deformität. Weitere Ursachen sind: konstitutionelle Bänderschwäche, muskuläre Dysfunktion, sowie chronische Überbelastung des Vorfußes infolge der Schuhmode. 30 % der Gesamtbevölkerung sind davon betroffen. Geschlechtsverhältnis weiblich:männlich 5:1.

Krankheitssymptome

Schmerzen bei Belastung treten meist schleichend und nur selten plötzlich auf. Langsame Zunahme der Achsfehlstellung, Schuhprobleme, Belastungsschmerzen nach längerem Stehen oder Gehen, Bewegungseinschränkung der Großzehe, Verminderung der Gehleistung, störende Ästhetik. Lokale Druckschmerzen treten am häufigsten im Bereich des knöchernen Überbeins (sogenannte Pseudoexostose) auf. Sind zusätzlich Strukturen des umgebenden Gewebes des Großzehengrundgelenks mitbetroffen, äußert sich dies durch fühlbare Verdickungen und Entzündungen (Bursitis).

Therapie

Aufklärung über die verschiedenen konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten, eigene Verhaltensweisen, Sportmöglichkeiten und optimale Schuhversorgung. Eigene Fußgymnastik, Barfußlaufen. Krankengymnastik und Manuelle Therapie. Orthopädietechnik: Schuheinlagen mit retrokapitaler Abstützung, Ballenrolle, Schmetterlingssohlen, Vorfußbandagen, Schuhzurichtungen zum Einarbeiten in vorhandene Schuhe (z.B. Senk- und Spreizfußpelotten), Orthesen (z.B. Hallux-Nachtschiene).

Operation

Ziele sind die Korrektur der Achsfehlstellung, Schmerz- reduktion, Funktionsgewinn sowie verbesserte Ästhetik. Gelenkerhaltende Operationen, z.B. OP-Methoden nach Chevron, Austin oder Scarf (Abtragung der Pseudoexostose, Weichteileingriff an der Kapsel und am Muskelansatz, Korrekturosteotomie des 1.Mittelfußknochens, ggf. gleichzeitige operative Korrektur der Fehlstellung benachbarter Zehen, sog. Hammerzehe oder Krallenzehe). Nachbehandlung mittels Vorfußentlastungs-Schuh für die Dauer von 4 bis 6 Wochen. Bei erreichter Schmerzfreiheit ist ein schrittweiser, langsamer Belastungsaufbau wesentlich. Unvollständige Ausheilung fördert die Neigung zu Rückfällen und langwierigen entzündlichen Reizungen.


Im allgemeinen Sprachgebrauch auch „Halswirbelsäulen-Syndrom“, „HWS-Distorsion“, „Peitschenschlag-phänomen“, „Beschleunigungsverletzung der HWS“, international „whiplash injury“ genannt. Die häufigste Ursache für die Entstehung eines Schleudertraumas ist ein Verkehrsunfall. Dabei wird der Kopf von vorne nach hinten oder umgekehrt bewegt, ohne dass die Person entgegen wirken kann. Nach dem Aufprall wird der Kopf erneut ruckartig bewegt und zwar in die entgegengesetzte Richtung.

Symptome

Nach einem relativen Zeitraum ohne Beschwerden treten nach einigen Stunden, unter Umständen auch wenigen Tagen Schmerzen im Bereich der Nackenpartie, verbunden mit einem Steifheitsgefühl der Muskulatur und Kopfschmerzen auf. Ausstrahlen der Schmerzen bis in den Hinterkopf und eine empfundene Schwere des Kopfes treten unter Umständen als Begleiterscheinungen auf. Häufig begleitend mit Schwindel, Sehstörungen, Schlafstörungen, Ohrgeräuschen (anatomische Nachbarschaft zur Vertebral-Arterie à Innenohrdurchblutung à Gleichgewichtsorgan) oder auch Taubheitsgefühle im Bereich der Arme, des Gesichtes und der Schultern.

Therapie

In der Regel wird heute eine kurze Schonzeit von bis zu drei Tagen empfohlen. Krankengymnastik und Manuelle Therapie zur Stärkung der Hals- und Rückenmuskulatur, Korrektur der Wirbelsäulenfehlhaltung und zum Erhalt der Beweglichkeit der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte. Weitere Maßnahmen sind Schmerzmittel (Analgetika) nach WHO-Stufenplan, Wärmeanwendungen (Fango/Rotlicht), Massagen, Elektrotherapie, TENS, Injektionen, Neuraltherapie oder Akupunktur. In einigen Fällen, in denen die Schmerzen auch über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen bleiben, kann eine chirotherapeutische Behandlung angegangen werden.

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist günstig, die Behandlungsdauer jedoch eher langwierig. In der Regel geht man bei allen Schweregraden des Schleudertraumas – von einer Rückbildungszeit von etwa 3-4 Wochen aus. Bei nur ca. 10 % dehnt sich der Schmerzzeitraum über einen Zeitraum von etwa 6 Monaten aus. Spätfolgen infolge eines Schleudertraumas sind eher selten. In Studien konnte aufgezeigt werden, dass nur ein sehr geringer Prozentsatz von etwa 2-3 % noch zwei Jahre nach der Verletzung starke Beschwerden haben.

Es handelt sich um eine schmerzhafte Entzündung eines Schleimbeutels (Bursa) in Kombination mit einer Abnutzung (Degeneration) von Sehnengewebe. Die Rotatorenmanschette des Schultergelenks befindet sich in einem engen Sehnenkanal, der vom knöchernen Eckgelenk (Acromion) und vom Oberarmkopf (Humerus) begrenzt wird. Die geschwollenen Sehnen reiben bei Bewegung in diesem anatomisch engen Raum, und es kommt zur Entzündung. Der akute Schulterschmerz tritt vorzugsweise bei jüngeren und aktiven Patienten auf. Leitsymptom ist ein dumpfer, ziehender Schmerz im Bereich des Muskulus deltoideus. Der Arm hängt in Schonhaltung vom Körper herab, Schulterbewegungen über 90° Grad sind kaum möglich. Der chronische Schulterschmerz führt zu Schonhaltung und Atrophie der schulterführenden Muskulatur.

 

Diagnostik

Typischer klinischer Untersuchungsbefund mit Einschränkung der Schulterbeweglichkeit („schmerzhafter Bogen”). Ultraschall (Sonographie) beider Schultern im Seitenvergleich, Röntgen zur Darstellung der knöchernen Strukturen oder Kalkdepots. Der „Goldstandard“ ist die Magnetresonanztomographie (MRT). Hiermit lassen sich die Muskeln, Bänder, Sehnen, Schleimbeutel und insbesondere die Rotatorenmanschette darstellen.

Therapie

Krankengymnastik und Manuelle Therapie zur Stärkung der Schultermuskulatur und zum Erhalt der Beweglichkeit ist der wesentliche Bestandteil der Therapie. Im akuten Stadium ist meist nur die gezielte Injektion mit einem entzündungshemmenden Schmerzmittel hilfreich. Weitere Maßnahmen sind Elektrotherapie, TENS oder auch Akupunktur. Die individuelle Beratung umfasst das Verhalten im Alltag, die körperliche Belastung in Beruf und Sport (Vermeiden von Überkopfarbeiten und von Sportarten mit starker Beanspruchung der Schultern).

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist meist günstig, schwere Verlaufsformen sind selten. Nur in vereinzelten Fällen ist eine Operation notwendig(Arthroskopie, ggf. Acromioplastik).

Im allgemeinen Sprachgebrauch auch „Kalkschulter“ genannt. Es handelt sich um eine schmerzhafte Entzündung eines Schleimbeutels mit oder ohne Kalkablagerung in Kombination mit einer Abnutzung (Degeneration) von Sehnengewebe. Die Rotatorenmanschette des Schultergelenks befindet sich in einem engen Sehnenkanal, der vom knöchernen Eckgelenk (Acromion) und vom Oberarmkopf (Humerus) begrenzt wird. Die geschwollenen Sehnen reiben bei Bewegung in diesem anatomisch engen Raum, und es kommt zur Entzündung („Impingement-Syndrom”). Der akute Schulterschmerz tritt vorzugsweise bei jüngeren und aktiven Patienten auf. Leitsymptom ist ein dumpfer, ziehender Schmerz im Bereich des Deltoideus. Der Arm hängt in Schonhaltung vom Körper herab, Schulter-bewegungen über 90° Grad sind kaum möglich. Der chronische Schulterschmerz führt zu Schonhaltung und Atrophie der schulterführenden Muskulatur.

Diagnostik

Typischer klinischer Untersuchungsbefund mit Einschränkung der Schulterbeweglichkeit („schmerzhafter Bogen”). Sonographie beider Schultern im Seitenvergleich, Röntgen zur Darstellung der knöchernen Strukturen oder Kalkdepots. Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie lassen sich auch Muskeln, Bänder, Sehnen, Schleimbeutel und insbesondere die Rotatorenmanschette darstellen.

Therapie

Krankengymnastik und Manuelle Therapie zur Stärkung der Schultermuskulatur und zum Erhalt der Beweglichkeit. Im akuten Stadium ist meist nur die gezielte Injektion mit einem entzündungshemmenden Schmerzmittel hilfreich. Weitere Maßnahmen sind Elektrotherapie, Kälteanwendungen oder Akupunktur. Die individuelle Beratung umfasst das Verhalten im Alltag, die körperliche Belastung in Beruf und Sport (Vermeiden von Überkopfarbeiten und von Sportarten mit starker Beanspruchung der Schultergelenke).

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist meist günstig, schwere Verlaufsformen sind selten. Spontane Auflösung des Kalkdepots ist möglich. Nur in vereinzelten Fällen ist eine Operation notwendig (Entfernung des Kalkdepots, ggf. Acromioplastik). In hartnäckigen Fällen ist die Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) hilfreich. Hierbei wird mittels bildgebender Röntgentechnik die Kalkstruktur exakt lokalisiert und gezielt zertrümmert. Nach 2 bis 3 ambulanten Anwendungen sind ca. 75 % der Patienten beschwerdefrei.

Im medizinischen Sprachgebrauch auch „Spinale Stenose“, „Syndrom des engen Spinalkanales“ oder „Claudicatio spinalis“ genannt. Es handelt sich um altersbedingte Abnutzungen der Lendenwirbelsäule im Bereich der Bänder (Ligamenta flava), der Knochen (Spondylophyten) und der Bandscheiben (Protrusionen). Hinzukommen auch unfallbedingte oder osteoporotische Veränderungen. Die typischen Symptome sind Folge der belastungs- und haltungsabhängigen mechanischen Nervenwurzelreizungen. Tiefsitzende Kreuzschmerzen mit Ausstrahlung in das Gesäß, Beinschmerzen, belastungsabhängige Kraftminderung der Beine, eingeschränkte Gehstrecke. Die Schmerzen sind teilweise belastungs- oder positionsabhängig: Besserung bei Vornüberbeugen (Entlordosieren).

Diagnostik

Röntgen der Lendenwirbelsäule und des Beckens, evtl. zusätzlich Funktionsaufnahmen und Spezialprojektionen. Lumbale Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT). Hierbei lassen sich auch die Muskeln, Bänder, Sehnen und insbesondere die Bandscheiben und Nervenwurzeln darstellen.

Therapie

Krankengymnastik und Manuelle Therapie zur Stärkung der gesamten Bauch- und Rückenmuskulatur und zum Erhalt der Beweglichkeit der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte. Weitere Behandlungsmaßnahmen sind Wärmeanwendungen, Massagen, Manualtherapie, Extensionen, Stufenlagerung, Elektrotherapie oder auch Akupunktur. Beseitigung von Überbelastungen im Bereich der Wirbelsäule. Kein schweres Heben oder Tragen von Lasten. Vermeidung von gebückten Tätigkeiten oder stauchenden Belastungen. Begleitende Maßnahmen wie Gewichtsreduktion, regelmäßige sportliche Aktivität (Fitness, Rückenschule, Pilates, Yoga, Schwimmen, Aqua-Gymnastik, etc.) sind wünschenswert.

Prognose

Aufklärung über die Erkrankung, deren natürlichen Verlauf und dessen Beeinflussbarkeit durch konservative bzw. operative Therapie. Hilfsmittelversorgung (z.B. Korsett, Mieder, Lumbalbandage mit Klettverschlüssen). Nur in vereinzelten Fällen ist eine Operation (Dekompression durch Laminotomien unterschiedlicher Ausdehnung und Lokalisation, ggf. zusätzlich instrumentelle stabilisierende Verfahren bei bestehender oder zu erwartender Instabilität) notwendig.

Im allgemeinen Sprachgebrauch auch „Ischias“ oder „Lendenwirbelsäulen-Bandscheibenvorfall“ genannt. Es handelt sich um eine im mittleren Lebensabschnitt auftretende Erkrankung der Bandscheiben der Lendenwirbelsäule. Voraussetzung für das Auftreten eines Bandscheibenvorfalles ist eine allgemeine Abnutzung mit Einrissen im Faserring der Bandscheibe (Anulus fibrosus). Man unterscheidet zwischen einem Prolaps (Vorfall von Bandscheibengewebe mit Perforation des Anulus fibrosus) und einer Protrusion (Vorwölbung mit Erhalt des Anulus fibrosus).

Eine unfallbedingte Zerstörung einer Bandscheibe ist sehr selten. Das verlagerte Bandscheibengewebe komprimiert eine (oder mehrere) Nervenwurzeln und verursacht dadurch Schmerzen und ggf. neurologische Ausfälle. 30% der Gesamtbevölkerung sind davon betroffen. Am häufigsten (80%) sind die beiden unteren Bandscheibensegmente (L4/5 und L5/S1) erkrankt. Erste Beschwerden können schon ab dem 20. Lebensjahr auftreten. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 30.- 45. Lebensjahr. Weitere Schmerzsyndrome können auch später noch auftreten.

Therapie

Krankengymnastik und Manuelle Therapie zur Stärkung der Bauch- und Rückenmuskulatur, Korrektur der Fehlhaltung und zum Erhalt der Beweglichkeit der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte. Weitere Maßnahmen sind Massagen, Wärmeanwendungen (Fango, Rotlicht, Heißluft), Elektrotherapie (z.B. body transformer), gezielte Injektionen (PRT) oder Akupunktur. Beseitigung von Überbelastungen im Bereich der Wirbelsäule. Berufsberatung. Keine Ausübung schwerer körperlicher Tätigkeiten, kein schweres Heben oder Tragen von Lasten. Begleitende Maßnahmen wie Gewichtsreduktion und regelmäßige sportliche Aktivität (Fitness, Schwimmen, Yoga, ReHaSport, etc.).

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist meist günstig, die Behandlungsdauer jedoch eher langwierig (Ø = 3-6 Monate). Spontanheilung durch Retrahierung des Prolaps und Volumen-abnahme durch Vernarbung oder Ausweichen der Nervenwurzel im knöchernen Foramen. Schwere Verlaufsformen (Cauda-Syndrom, Blasen-, Mastdarmstörungen) sind selten. Nur in wenigen Fällen (10%) ist eine Bandscheibenoperation (Nucleotomie, interlaminäre Fensterung, Sequesterentfernung, Kombination einer dorsalen Bandscheibenausräumung, Aufrichtung und Auffüllung der Bandscheibenräume, ggf. mit einer Stabilisierung, Titancage-Interposition, Einsetzen einer künstlichen Bandscheibe) notwendig.

Im allgemeinen Sprachgebrauch auch „Meniskusriss” genannt. Eine Meniskusläsion ist eine Unterbrechung der Meniskusknopelstruktur, eine Abnutzung (Degeneration) von Meniskusgewebe oder eine Kombination von beiden, wobei verschiedenen Lebensaltern typische Läsionen zugeordnet werden können. Menisken haben Funktionen als Lastverteiler, Bremsklötze und Stoßdämpfer des Kniegelenks. Es gibt einen kleineren, halbmondförmigen Außenmeniskus und einen größeren, sichelförmigen Innenmeniskus. Eine Meniskuserkrankung wird durch einen Unfall (Trauma) oder durch allgemeine Alterungsvorgänge (Degeneration) verursacht. Infolge von Meniskusschäden verkleinert sich die lastübertragende Fläche, der Druck auf den Knorpel wird größer, und es kommt zu einem vermehrten Verschleiß des gesamten Kniegelenks.

Trauma

Ein Trauma tritt vorzugsweise bei jüngeren und aktiven Patienten auf und setzt eine Bewegung des Gelenks über die normal vorgegebenen Grenzen hinaus voraus. Der Innenmeniskus ist fest mit dem Innenband verwachsen. Der Außenmeniskus ist stärker beweglich, er liegt dem äußeren Schienbeinkopf auf und folgt der Oberschenkelbewegung besser. Er ist von Verletzungen weniger häufig betroffen.

Degeneration

Die zentralen zwei Drittel der Meniskussubstanz werden von der Gelenkflüssigkeit ernährt, das kapselnahe Drittel ist gefäßversorgt. Die Übergangszone zwischen beiden Bezirken ist gleichzeitig die häufigste Stelle für die Ausbildung von Längsrissen. Vorgeschä- digte Menisken können auch bei normalen Kniebewegungen einreißen.

Therapie

Die individuelle Beratung umfasst das Verhalten im Alltag, Beruf und Sport (Vermeiden der tiefen Hocke und von Sportarten mit raschem Richtungswechsel). Medikamente, intraartikuläre Injektionen, Krankengymnastik (Mobilisierung, Muskeldehntechniken), Elektrotherapie, Tragen einer Kniegelenksbandage zur Stabilisierung und Verbesserung der Gelenkfunktion. Regelmäßige Übungen zur Beseitigung von Muskeldefiziten, Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur.

Arthroskopie

Die teilweise Entfernung eines Meniskus dient der Schmerzfreiheit durch Entfernen aller zerstörten und mobilen Meniskusanteile. Hierbei sollte möglichst viel „gesundes” Meniskusgewebe erhalten bleiben. Die Kniegelenksspiegelung wird im Rahmen einer ambulanten Operation unter örtlicher Betäubung oder Allgemeinnarkose durchgeführt. Das operative Vorgehen hängt von der Rissform und der Risslokalisation ab: Alle mobilen Fragmente werden entfernt, der Resektionsrand wird geglättet, eine Randleiste und die Verbindung zur Kapsel belassen, sowie das Gelenk gespült. Ohne Arthroskopie kommt es zu späterer Knorpelschädigung durch Einklemmungen und Gelenkergüsse.

Im medizinischen Sprachgebrauch auch „Spondylitis ankylosans“ oder „bechterew-disease“ genannt. Es handelt sich um eine entzündliche, meistens schubweise verlaufende Erkrankung des rheumatischen Formenkreises im Bereich der Bänder und Knochen der Wirbelsäule, insbesondere der Kreuzdarmbeingelenke (Ileosakralfugen). Erstbeschreibung 1893 durch Wladimir von Bechterew. Die typischen Symptome sind schleichender Beschwerdebeginn, Morgensteifigkeit, nächtliche tiefsitzende Kreuzschmerzen, eingeschränkte Wirbelsäulen- und Brustkorbbeweglichkeit, Nackenschmerzen, häufige Sehnenentzündungen (z.B. sog. Tennisarm oder Fersensporn), Besserung durch Bewegung. Die Ursache der Erkrankung ist nicht bekannt. Rückschauende Studien zeigten jedoch eine familiäre Häufung mit Nachweis des Genes HLA B27 (80%), sowie den Krankheitsbeginn nach einem bakteriellen oder viralen Infekt. 1-2% der Gesamtbevölkerung sind betroffen. Das Erkrankungsalter liegt zwischen dem 20.-40. Lebensjahr. Das Geschlechtsverhältnis lautet männlich : weiblich = 4 : 1. Die krankheitstypischen Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule sind anhand der zunehmenden Rundrückenbildung (Kyphose) zu erkennen

Diagnostik

Blutabnahme (Rheuma-Status, HLA B27). Röntgen der Brust-, Lendenwirbelsäule und des Beckens. SkelettSzintigraphie und Magnetresonanztomographie (MRT). Hierbei lassen sich auch die Muskeln, Bänder, Sehnen und insbesondere die Kreuzdarmbeinfugen und Bandscheiben darstellen. Diagnosesicherung mittels NewYork-Kriterien (1984).

Therapie

Entzündungshemmende Medikamente (Cox-2, Biologica). Krankengymnastik zur Stärkung der gesamten Bauch- und Rückenmuskulatur und zum Erhalt der Beweglichkeit der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte. Wärmeanwendungen, Massagen, Manualtherapie, Extensionen oder Elektrotherapie. Berufsberatung. Kein schweres Heben oder Tragen von Lasten. Vermeidung von gebückten Tätigkeiten. Begleitende Maßnahmen wie Gewichtsreduktion, Verordnung einer Lumbalbandage mit Klettverschlüssen, regelmäßige sportliche Aktivität (Fitness, Gymnastik, etc).

Prognose

Aufklärung über die Erkrankung, deren schubweisen Verlauf und dessen Beeinflussbarkeit durch eine moderne, individuelle Therapie. Der Verlauf der Erkrankung ist meist günstig, schwere Verlaufsformen sind selten.

Im medizinischen Sprachgebrauch auch „Hyperostosis ankylosans vertebralis senilis“ oder „hyperostotische Spondylose“ genannt. Es handelt sich um degenerativen Veränderungen und Verkalkungen hauptsächlich im Bereich der Brustwirbelsäule mit vermehrter Rundrückenbildung (Kyphose). Die Ursache dieser Erkrankung ist nicht bekannt. Der Morbus Forestier tritt sehr häufig bei Stoffwechselstörungen auf. Hier wird insbesondere die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), aber auch gehäuft Fettstoffwechselstörungen oder die Gicht (erhöhte Harnsäure) genannt. Die Diagnose wird meist durch die typischen Zeichen der Erkrankung im Röntgenbild gestellt. Falls nötig werden Röntgenaufnahmen der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule, jeweils in 2 Ebenen, durchgeführt. Charakteristisch sind starke Verkalkungen mit spangenförmigen Überbrückungen im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule. Diese Spangen sind meist sehr groß (hypertroph und abgerundet). 1-2% der Gesamtbevölkerung sind betroffen. Männer sind wesentlich häufiger betroffen als Frauen. Die Erkrankung tritt meist erst nach dem 60. Lebensjahr auf.

Therapie

Krankengymnastik und Manualtherapie zur Stärkung der Rückenmuskulatur und zum Erhalt der Beweglichkeit der betroffenen Wirbelsäulen-Abschnitte ist der wesentliche Bestandteil der Therapie. Weitere Maßnahmen sind Wärmeanwendungen (Heißluft/ Fango), Massagen, Elektrotherapie oder Akupunktur. Begleitende medikamentöse Behandlung (Muskelrelaxantien, entzündungshemmende Schmerzmittel). Beseitigung von Überbelastungen im Bereich der Wirbelsäule. Berufsberatung. Keine Ausübung schwerer körperlicher Tätigkeiten, kein schweres Heben oder Tragen von Lasten. Begleitende Maßnahmen wie Gewichtsreduktion, Ernährungsberatung, Training der Bauch- und Rückenmuskulatur, regelmäßige sportliche Aktivität (Fitness, Gymnastik, Yoga, etc).

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist gutartig, schwere Verlaufsformen sind selten. Abzugrenzen ist der Morbus Forestier von degenerativen Veränderungen (Spondylosis deformans), entzündlich-rheumatischen Erkrankungen (z. B. Morbus Bechterew) oder von stoffwechselbedingten Veränderungen wie bei der Gicht. Ggf. sind Blutuntersuchungen (Rheuma-Labor), eine Szintigraphie oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) notwendig.


Im allgemeinen Sprachgebrauch auch „Rundrücken“ oder „Lehrlingsbuckel“ genannt. Es handelt sich um eine im Jugendalter auftretende Wachstums-störung im Bereich der Grund- und Deckplatten der Brustund/oder Lendenwirbelsäule mit vermehrter Rundrückenbildung (juvenile Kyphose). Die Ursache der Scheuermann-Erkrankung ist nicht bekannt. Eine familiäre Häufung mit autosomal dominantem Erbgang wird angegeben. Mechanische und genetische Faktoren mit einer Minderbelastbarkeit der Wirbelkörper, Veränderungen der Wirbelkörperrandleisten, Vitaminmangelsyndrome usw. können eine Rolle spielen. Bandscheibenvorwölbungen in die spongiösen Wirbelkörperanteile (Schmorl´sche Knötchen) sind die typischen Zeichen der Erkrankung im Röntgenbild (siehe Graphik). Schwere Krankheitsverläufe sind zwar selten, sie können jedoch eine Keilwirbelbildung zur Folge haben. 10% der Gesamtbevölkerung sind betroffen. Der Morbus Scheuermann ist die häufigste Erkrankung im Jugendalter (20%). Erste körperliche Beschwerden können schon ab dem 10. Lebensjahr auftreten. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 12.-16. Lebensjahr. Geschlechtsverhältnis männlich : weiblich = 2 : 1. Die krankheitstypischen Veränderungen an den Wirbeln sind zum Wachstumsende stabilisiert. Weitere Schmerzsyndrome durch die Wirbelsäulenfehlstellung können auch später noch auftreten.

Therapie

Krankengymnastik und Manuelle Therapie zur Stärkung der Rückenmuskulatur und zum Erhalt der Beweglichkeit der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte. Weitere Maßnahmen sind Wärmeanwendungen (Heißluft, Rotlicht, Fango), Massagen, Elektrotherapie (z.B.: body transformer), TENS oder auch Akupunktur. Begleitende medikamentöse Behandlung (Muskelrelaxantien, entzündungshemmende Schmerzmittel). Beseitigung von Überbelastungen im Bereich der Wirbelsäule. Berufsberatung. Keine Ausübung schwerer körperlicher Tätigkeiten, kein schweres Heben oder Tragen von Lasten. Begleitende Maßnahmen wie Gewichtsreduktion, Training der Bauch- und Rückenmuskulatur, regelmäßige sportliche Aktivität (Fitness, Gymnastik, Rückenschule, Schwimmen, etc.).

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist gutartig, schwere Verlaufsformen sind selten. Nur bei schweren Verläufen während der Pubertät ist manchmal eine Korsettversorgung (bei Krümmungen ab 45 Grad: Milwaukee-, Boston-Korsett) oder eine Operation (fixierte Kyphosen am knöchern ausgewachsenen Skelett ab einem Winkel von 60° Grad, Kombination einer ventralen Bandscheibenausräumung, Aufrichtung und Auffüllung der Bandscheibenräume durch eigenen Knochen mit einer dorsalen Stabilisierung) notwendig.

Im medizinischen Sprachgebrauch auch „infektinduzierte Arthritis“ genannt. Es handelt sich um eine entzündliche Gelenkerkrankung nach einem bakteriellen oder viralen Infekt. Nur ca. 30 % der Patienten mit einer reaktiven Arthritis haben eindeutige Infektionshinweise, in der Mehrzahl aller Erkrankungsfälle (ca. 70 %) fehlen diese! Die Erkrankung kann sich entweder akut, asymptomatisch oder schleichend entwickeln. Sie zählt zum rheumatischen Formkreis und ist auch eine Art von Autoimmunkrankheit. Auslöser sind häufig urogenitale, intestinale, pulmonale oder HNO-Infekte. Häufigste Erreger sind dabei Chlamydien und Darmkeime wie Campylobacter, Shigellen, Yersinien, Salmonellen. Die Diagnose wird durch die typische Beschwerdesymptomatik in Kombination mit einer Blutuntersuchung (Erreger-Serologie und Rheuma-Status) gestellt. Falls nötig werden auch Röntgenaufnahmen der Lendenwirbelsäule mit den Kreuzdarmbeinfugen durchgeführt. 3 % aller Patienten nach enteralen oder urogenitalen Infekten sind betroffen. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 20. und 35. Lebensjahr.

Klinisches Bild

Tiefsitzende Kreuzschmerzen, Morgensteifigkeit, nächtliche Rückenschmerzen, Besserung durch Bewegung, Schweißneigung und allgemeine körperliche Schwäche und Erschöpfung. Außerdem können auch Sehnenentzündungen (z.B. Fersenschmerzen) und/oder Augenentzündungen (z.B. Konjunktivitis) auftreten.

Therapie

Gezielte Antibiotikatherapie bei nachgewiesener oder sehr wahrscheinlich noch persistierender Infektion. Da eine kausale Therapie nicht möglich ist, wird mit entzündungshemmenden Medikamenten (z.B. NSAR, Coxibe) symptomatisch behandelt. Bei chronischen Krankheitsverläufen Einleitung einer medikamentösen Rheuma-Basistherapie (z.B. Sulfasalazin, MTX, Biologica). Weitere begleitende Maßnahmen sind Physiotherapie (Wärmeanwendungen, Massagen, Krankengymnastik, Manuelle Therapie) oder auch Akupunktur.

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist meist günstig, die Behandlungsdauer jedoch eher langwierig (im Durchschnitt 3- bis 15 Monate). Ausheilung in ca. 60 % der Fälle innerhalb von 3- bis 6 Monaten. Schwere Verlaufsformen bzw. ein chronischer Verlauf (ca. 10 %) sind jedoch möglich!


Im allgemeinen Sprachgebrauch auch „Wirbelsäulenverkrümmung“ oder „Seitverbiegung“ genannt. Es handelt sich um eine Verkrümmung eines oder mehrerer Wirbelsäulenabschnitte, die mit einer Drehung (Torsion) und einer Teilversteifung der Wirbel einhergeht. Dies ist eine im Jugendalter auftretende Wachstumsstörung im Bereich der Wirbelsäule. Die Ursache der Skoliose ist nicht bekannt. Rückschauende Untersuchungen und Zwillingsstudien zeigten allerdings eine familiäre Häufung, ohne dass der Nachweis für einen Vererbungsmechanismus geführt werden konnte. Genetische oder mechanische Faktoren mit einer Minderbelastbarkeit der Wirbelsäule, Verwachsungen der Unfälle, Wirbelkörper, Nervenerkrankungen, Beinlängendifferenzen können eine Rolle spielen. 10-15% der Gesamtbevölkerung sind davon betroffen. Die Skoliose ist die häufigste Erkrankung in der Pubertät (30 %). Erste körperliche Beschwerden können schon ab dem 10. Lebensjahr auftreten, der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 12.-15. Lebensjahr. Das Geschlechtsverhältnis lautet weiblich : männlich = 3 : 1. Die krankheitstypischen Verbiegungen im Bereich der Wirbelsäule sind anhand von Rippenbuckel und Lendenwulst zu erkennen. Weitere Schmerzsyndrome im Bereich der Brust- oder Lendenwirbelsäule können auch im Erwachsenenalter auftreten.

Therapie

Krankengymnastik und Manualtherapie zur Stärkung der Rückenmuskulatur und zur Korrektur der Achsfehlstellung der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte ist der wesentliche Bestandteil der Therapie. Weitere Maßnahmen sind z.B. Elektrostimulationen, Ausgleich evtl. vorhandener Beinlängendifferenzen oder auch Massagen. Beseitigung von Überbelastungen im Bereich der Wirbelsäule. Berücksichtigung bei der Berufswahl. Keine Ausübung schwerer körperlicher Tätigkeiten. Regelmäßige sportliche Aktivität, z.B. Fitness, Gymnastik, Schwimmen, etc.

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist meist günstig, schwere Verlaufsformen sind selten. Die Skoliose bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle und einer intensiven, langandauernden Behandlung. Nur in vereinzelten Fällen ist eine Korsettversorgung (Milwaukee-, Boston-Korsett) oder ggf. eine Operation (fixierte Skoliosen ab einem Winkel von 40° Grad, Kombination einer ventralen Bandscheibenausräumung, Aufrichtung und Auffüllung der Bandscheibenräume durch eigenen Knochen mit einer ventralen oder dorsalen Stabilisierung) notwendig. Nach Wachstumsabschluss besteht meist keine wesentliche Befundverschlechterung.

Im allgemeinen Sprachgebrauch auch „Wirbelgleiten“ genannt. Es handelt sich um ein Gleiten eines Wirbelkörpers mit seinen Bogenwurzeln, Querfortsätzen und oberen Gelenkfortsätzen (und damit auch mit der darübergelegenen Wirbelsäule) über den nächsttieferen Wirbel nach vorne. Die Häufigkeit in der Gesamtbevölkerung beträgt 4-8%. Vermehrt bei Sportlern mit starker Belastung der Lendenwirbelsäule (Speerwerfer 50%, Judokas, Kunstturner, Ringer 25%). Bei 80% aller Erkrankten ist der 5. Lendenwirbel betroffen (Segment L5/S1), bei 15% der 4. Lendenwirbel (Segment L4/L5). Voraussetzung für das echte Wirbelgleiten ist eine Spaltbildung (Spondylolyse) im Bereich des Wirbelbogens (5-7% der weißen Rasse, bei Eskimos am häufigsten 40%). Die Spondylolyse kann sich aufgrund einer Fehlentwicklung des Wirbelbogens (genetische Faktoren), nach einem Unfall oder als Ermüdungsbruch entwickeln. Häufig kombiniert mit Übergangsstörungen, z.B. ein nicht vollständig geschlossener Wirbelbogen (Spina bifida). Einteilung nach Schweregrad des Wirbelgleitens Grad 1-4 nach Meyerding, siehe Abbildung.

Therapie

Schmerzlinderung bzw. -reduktion. Verhinderung der Zunahme des Wirbelgleitens. Beseitigung evtl. vorhandener neurologischer Symptome. Krankengymnastik und Manuelle Therapie zur Stärkung der Bauch- und Rückenmuskulatur und zum Erhalt der Beweglichkeit der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte. Weitere Behandlungsmaßnahmen sind Wärmeanwendungen (Heißluft, Fango), Massagen, Extensionen, Elektrotherapie, TENS oder Akupunktur. Beseitigung von Überbelastungen im Bereich der Wirbelsäule. Berufsberatung, kein schweres Heben oder Tragen von Lasten. Vermeidung von gebückten Tätigkeiten oder stauchenden Belastungen. Begleitende Maßnahmen wie Gewichtsreduktion, regelmäßige sportliche Aktivität.

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist meist günstig, schwere Verlaufsformen sind selten. Der Gleitvorgang kann spontan in jedem Stadium zum Stillstand kommen. Mit zunehmendem Gleiten steigt die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Beschwerden, Funktionsstörungen oder neurologischen Symptomen. Hilfsmittelverordnung (Korsett, Mieder, Lumbalbandage). Nur in vereinzelten Fällen ist eine Operation notwendig (instrumentierte Wirbelversteifung, sog. Spondylodese mit oder ohne Reposition; Fixateur interne; interkorporelle Metallimplantate; Knochentransplantation; dorsale, ventrale oder ventrodorsale OP-Verfahren).


Im medizinischen Sprachgebrauch auch „cervicaler Discusprolaps“ oder „Halswirbelsäulen-Bandscheibenvorfall“ genannt. Es handelt sich um eine Erkrankung der Bandscheiben im Bereich der Halswirbelsäule. Voraussetzung für das Auftreten eines Bandscheibenvorfalles ist eine allgemeine Abnutzung mit Einrissen im Faserring der Bandscheibe (Anulus fibrosus). Man unterscheidet zwischen einem Prolaps (Vorfall von Bandscheibengewebe mit Perforation des Anulus fibrosus) und einer Protrusion (Bandscheibenvorwölbung bei Erhalt des Anulus fibrosus). Eine unfallbedingte Zerstörung einer Bandscheibe ist sehr selten. Das verlagerte Bandscheibengewebe drückt auf eine oder mehrere Nervenwurzeln und verursacht dadurch Schmerzen, ggf. Taubheits-, Kribbelgefühle im Bereich der Arme bzw. der Finger. Am häufigsten betroffen ist die untere Halswirbelsäule, besonders die Segmente C4/5, C5/6 und C6/7. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 30. bis 45. Lebensjahr. Weitere Schmerzsyndrome können auch später noch auftreten. Häufig begleitend mit Nackenkopf-schmerzen, Schwindelgefühlen und/ oder Ohrgeräuschen (anatomische Nachbarschaft zur Vertebral-Arterie > Innenohrdurchblutung > Gleichgewichtorgan).

Therapie

Krankengymnastik und Manuelle Therapie zur Stärkung der Hals- und Rückenmuskulatur, Korrektur der Wirbelsäulenfehlhaltung und zum Erhalt der Beweglichkeit der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte. Weitere Maßnahmen sind Wärmeanwendungen (Fango, Heißluft), Massagen, Elektrotherapie, T.E.N.S., gezielte Injektionen oder Akupunktur. Beseitigung von Überbelastungen im Bereich der Wirbelsäule. Berufsberatung. Keine Ausübung schwerer körperlicher Tätigkeiten, kein schweres Heben oder Tragen von Lasten. Vermeidung von Überkopfarbeiten. Begleitende Maßnahmen wie regelmäßige sportliche Aktivität: Fitness, Gymnastik, Yoga, Pilates, Schwimmen, etc.

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist meist günstig, die Behandlungsdauer jedoch eher langwierig (Ø = 3-6 Monate). Spontanheilung durch Schrumpfung des Bandscheibenvorfalles und Volumenabnahme durch Vernarbung oder Ausweichen der Spinalnerven im knöchernen Nervenkanal. Mögliche Entwicklung einer Schultersteife („frozen shoulder“) durch erhöhten Bandscheibendruck auf die Nervenwurzeln von C4 und C5. Schwere Verlaufsformen (zervikale Myelopathie) sind selten. Nur in vereinzelten Fällen (5%) ist eine Bandscheibenoperation (instrumentierte Nucleotomie, interlaminäre Fensterung, Aufrichtung und Auffüllung der Bandscheibenräume ggf. mit Stabilisierung, Titancage-Interposition) notwendig.